6. Tag 20 sm vor Utklippan- Kalmar

kurz vor Kalmar!Immer wieder beeindruckend für mich als notorischen Langschläfer, der Sonnenaufgang. Ich habe erneut die Wache ab 2.30 h, die andere Wache hat irgendwie Teile der Seekarte rot eingefärbt, aber sonst war nichts weiter los. Die Bootsfrau wird beim Sonnenaufgang wieder lyrisch und schreibt ins Logbuch: " Alles ist schön bunt und ruhig, bis auf den Block von der Großschot, der heult." Wir laufen immerhin 6 kn.
Obwohl wir den ganzen Tag auf See sind, bzw. langsam im Kalmarsund zwischen Öland und dem schwedischen Festland, ist es ein Ruhetag. Er besteht aus schlafen, essen, sonnen, lesen und ein kleines bisschen segeln. Keiner reißt sich heute darum am Ruder zu stehen. Sonst zwar auch nicht, aber heute lässt sich kaum jemand erweichen und löst die Bootsleute ab.
Kanonen auf die Jonas in KalmarAm Nachmittag gibt es eine kurze "Unterrichtseinheit". Birgit referiert über Kalmar, das "Tor zu den Schären"  und den Kalmarsund. Eigentlich liest sie uns kurz aus einem Buch vor.

Der Empfang in Kalmar ist eigentlich freundlich, auch wenn es schon irritiert, dass die Kanonen auf uns gerichtet sind. Vielleicht halten sie uns für Nachfahren des Piraten Claus Störtebeker, den sie einst mit den Hamburgern bekämpfen wollten, wenn sie nicht bei der Tragödie  von Visby von ihren eigenen Verbündeten niedergemacht worden wären.

Abends ziehen wir noch, nachdem alle geduscht haben, durch die Stadt. Schweden verliert gerade ein Spiel bei der Fußball-EM und einer unserer Mitsegler verliert ein Heidengeld, indem er uns alle zu einem Bier einlädt. Bier - den schwedischen Zoll haben wir irgendwie überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Aber es ist ja auch Wochenende.
 

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