
Immer
wieder beeindruckend für mich als notorischen Langschläfer, der
Sonnenaufgang. Ich habe erneut die Wache ab 2.30 h, die andere Wache hat
irgendwie Teile der Seekarte rot eingefärbt, aber sonst war nichts
weiter los. Die Bootsfrau wird beim Sonnenaufgang wieder lyrisch und schreibt
ins Logbuch: " Alles ist schön bunt und ruhig, bis auf den Block von
der Großschot, der heult." Wir laufen immerhin 6 kn.
Am
Nachmittag gibt es eine kurze "Unterrichtseinheit". Birgit referiert über
Kalmar, das "Tor zu den Schären" und den Kalmarsund. Eigentlich
liest sie uns kurz aus einem Buch vor.
Der Empfang in Kalmar ist eigentlich freundlich, auch wenn es schon irritiert, dass die Kanonen auf uns gerichtet sind. Vielleicht halten sie uns für Nachfahren des Piraten Claus Störtebeker, den sie einst mit den Hamburgern bekämpfen wollten, wenn sie nicht bei der Tragödie von Visby von ihren eigenen Verbündeten niedergemacht worden wären.
Abends ziehen wir noch, nachdem alle geduscht
haben, durch die Stadt. Schweden verliert gerade ein Spiel bei der Fußball-EM
und einer unserer Mitsegler verliert ein Heidengeld, indem er uns alle
zu einem Bier einlädt. Bier - den schwedischen Zoll haben wir irgendwie
überhaupt nicht zu Gesicht bekommen. Aber es ist ja auch Wochenende.