Urlaub: Segeln mit der Jonas!

Die Jonas ist ein See-Ewer, der 1911 auf der Werft der Gebr. van Diepen in Waterhuizen/Friesland gebaut und unter dem Namen "Walter" als Frachtschiff eingesetzt wurde. Sie gehört mit zu den größten Ewern, die je die Küstengewässer befahren haben.

Ein paar technische Daten:

Länge im Rumpf 23 m, Länge über alles 31 m, Breite 3,5m, Tiefgang 1,6 m, Segelfläche 300 qm, Maschine 180 PS Mercedes.

Betrieben wird das Schiff vom Bildungswerk Nordseewatten, der Skipper ist Stefan.

So, das war ein bisschen Werbung für das Schiff. Mitfahren können bis zu 22 Gäste, dann wird's aber ziemlich eng. Wir waren nur mit 9 Gästen, 2 Bootsleuten und dem Skipper an Bord. Dann hat man viel Platz und reichlich beim Segeln zu tun!

Und - es macht einen wahnsinnigen Spaß!

Deshalb hier mein persönliches Logbuch von dem Törn:

1. Tag  Anreise in Husum, wo das Schiff liegt und Sachen verstauen. Die erfahrenen Mitsegler schreiben gleich auf, wo man was findet. Einmal essen wir noch an Land, an Bord gibt's dann aber schon das 1. Bier. 
Diese Karten gibt es beim
Kartenwerk Heide
2. Tag  1. Segeltag, Stefan nimmt uns gleich ziemlich ran, wir kreuzen in der Fahrrinne von Husum Richtung Pellworm. Wenn bloß das Schwert nicht wäre (Plattbodenschiffe haben ja keinen Kiel und so muß nach jeder Wende auf der einen Seite das Schwert runtergelassen und auf der anderen Seite wieder hochgekurbelt werden) Am späten Nachmittag kommen wir in Pellworm an. Es gibt Landstrom und damit auch kühles Bier zum Abendessen. 
3. Tag  Wir segeln Richtung Amrum. Der Wind steht günstig, das heißt: Wenig Wenden und damit wenig Schwertkurbeln. In Amrum kommt die WaSchPo (Wasserschutzpolizei) an Bord. Einzige Beanstandung: Das Mülltagebuch fehlt! Abends trifft man die Kollegen dann noch in der Inselkneipe und man plauscht doch noch nett miteinander 
4. Tag:  Der Katastrophentag

Nicht für uns! Wir fahren hauptsächlich unter Motor Richtung Helgoland. Katastrophentag deshalb, weil wir an dem Wrack der Pallas vorbeifahren. Währenddessen hören wir über Funk von einem Schiff, auf dem ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen ist. 

Der Funker versucht allerdings eher verzweifelt alle davon zu überzeugen, dass die Mannschaft das Feuer unter Kontrolle hätte, und dass sie keine Hilfe benötigen würden.

Das hatte der Kapitän der Pallas zwar auch gedacht, aber wir hörten nichts wieder von diesem anderen Schiff. 

Helgoland ist für Segler ziemlich teuer, abgesehen davon, dass wir Zigaretten und Schnaps bunkern konnten. Ossi hat uns dafür mit Blumen beglückt, die uns die ganze Fahrt begleiten sollten. 

5. Tag  Von Helgoland geht's zu den Ostfriesischen Inseln. Zuerst steuern wir Spiekeroog an. Die Fahrt ist ruhig. 

Spiekeroog ist eine wunderschöne kleine Insel. Nach kurzem Landgang entscheiden wir uns auch den nächsten Tag auf Spiekeroog zu bleiben. 

6. Tag  Unser Landtag. In kleinen Gruppen wir die Insel erkundet. Andere bleiben an Bord und genießen dort das herrliche Wetter. Einer der Bootsleute kann einfach nicht ruhig dasitzen. Mit Farbeimer und Pinsel führt er kleinere Ausbesserungsarbeiten an Bord durch. Oder gelten die Ausbesserungsarbeiten seiner Hose? Die hat anschließend auch Schiffsfarbe angenommen. 
7. Tag  Auf der Fahrt von Spiekeroog nach Langeoog wird unsere Seefestigkeit auf die Probe gestellt. Die Wellen sind mit 1,5 m für richtige Seeleute sicherlich nicht so hoch. Zwei von uns müssen dennoch Neptun ein Opfer bringen. Mir bleibt es nur erspart, weil ich gerade noch rechtzeitig erkenne, dass heute für mich der richtige Platz nicht unter Deck ist. Fotos gibt es von dieser Fahrt leider nicht. Dazu hätte ich wieder unter Deck gemußt! 

Von Langeoog hab ich auch nicht so viel gesehen. Das Schiff lag auch nicht so günstig! (Jeder braucht ´ne Ausrede)

8. Tag  Von Langeoog geht es nach Wangerooge. Da wir auch heute wieder rechtzeitig im Hafen sind, bleibt genügend Zeit die Insel zu erkunden. Hin geht es ja noch einfach... 

Die Inselbahn bringt uns in den Ort, da auch eine Fähre kurz nach uns angelegt hat und die Bahn die Feriengäste befördert. Im Ort werden einige Einkäufe erledigt. Wasserpistolen, Briefmarken, "Marabou und Coca-Cola". 

Zurück wird es schon schwieriger. Die Bahn fährt nicht mehr zum Hafen. Das Elektrotaxi ist viel zu teuer und kann auch nicht alle befördern - also heißt es Laufen! Ist man ja überhaupt nicht mehr gewohnt. Über unseren Aufenthalt auf Wangerooge könnte man noch viel schreiben. Aber nicht alles muß man auch noch öffentlich machen. 

9. Tag 
 
 
 
 

 

Wir verlassen die Ostfriesischen Inseln und wollen nachts durchfahren. Ziel ist Tönning, wo wir in die Eider wollen. Der Nord-Ostsee-Kanal erscheint uns zu langweilig! 

Und es wird unser Helgolandtag. Da wir auf die Tiede warten müssen, sehen wir fast den ganzen Tag Helgoland. Egal wann man an Deck kommt - Helgoland. Und nachts? Der Leuchtturm von Helgoland! 

Es ist für mich die erste Nachtfahrt. Und damit eine aufregendes Erlebnis. Erst ein Bilderbuch-Sonnenuntergang und dann die vielen Lichter der Küste. An Bord ist man bei den Manövern doch froh, dass man sich schon ein wenig auf dem Schiff auskennt.


Teil der Homepage von Jens Schulzki, Hamburg, zuletzt geändert: 15.07.2000